„Unsichtbar laut“ erzählt von einer Realität, die viele Menschen nicht sehen – oder nicht sehen wollen: dem inneren Kampf von Kindern und Jugendlichen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen, insbesondere im Kontext von FASD.
Von außen wirken sie oft klug, charmant und reflektiert. Viele sagen dann schnell: „Der kommt doch klar.“ Doch hinter dieser Fassade kämpfen manche täglich mit einem Chaos im Kopf, das für andere unsichtbar bleibt. Entscheidungen, Impulse und Konsequenzen folgen nicht den
Regeln, die unsere Gesellschaft als selbstverständlich voraussetzt. Was für Außenstehende logisch erscheint, kann sich für Betroffene wie ein Labyrinth anfühlen.
Der Song greift genau diese Spannung auf: die Diskrepanz zwischen dem Bild, das andere sehen, und der Realität, die Familien, Pflegeeltern und Betroffene jeden Tag erleben. Zwischen Akten, Paragrafen und gut gemeinten Meinungen stehen Menschen, die längst wissen, wie schnell aus Freiheit Überforderung und aus Überforderung eine Krise werden kann.
Inspiriert wurde der Liedtext durch einen Social-Media-Beitrag meines Freundes und Mentors Ralf Neier, dessen Gedanken und Erfahrungen mich dazu bewegten, diese Gefühle und Beobachtungen in Musik zu übersetzen.
„Unsichtbar laut“ ist deshalb mehr als nur ein Song.
Er ist ein Aufruf, genauer hinzusehen. Ein Plädoyer für Schutz statt Absturz, für Verständnis statt vorschneller Urteile und für eine Gesellschaft, die auch die Herausforderungen erkennt, die man nicht auf den ersten Blick sehen kann.
Denn manchmal müssen Stimmen laut werden, damit endlich jemand hinsieht und versteht.
Jetzt anhören auf:
Der Text zum Song:
Siebzehn Jahre, Kopf voller Worte
Alle sagen: „Der kommt doch klar“
Charmant, klug, reflektiert
Doch keiner sieht, was unsichtbar warEin Monat Alltag zeigt die Wahrheit
Freiheit brennt wie Benzin
Wenn dein Gehirn dir Streiche spielt
Und Konsequenzen im Nebel zieh’nSie sagen:
„Lass ihn erst fallen, dann reden wir drüber“
Doch wir stehen daneben und wissen genau
Der Abgrund wartet schonUnsichtbar – aber laut in meinem Kopf
Unsichtbar – doch es hört niemals auf
Ihr seht nur Worte, ihr hört nur Verstand
Doch das Chaos rennt gegen jede WandUnsichtbar – wir schreien es raus
Schutz bevor alles auseinanderkracht
Wir sind laut, freundlich, unbequem
Bis endlich jemand hinsieht und verstehtAkten auf dem Tisch, viele Meinungen
„Rechte erst einschränken wenn etwas passiert“
Doch wir haben Nächte gezählt
Und Katastrophen schon oft ausprobiertKeine Paragrafen, keine Theorie
Nur Geschichten aus echtem Leben
Von Angst, von Hoffnung, kleinen Siegen
Und dem Mut nicht aufzugebenUnd plötzlich wird es still im Raum
Wenn Wahrheit keine Akten braucht
Nur ein Herz das laut genug schlägtUnsichtbar – aber laut in meinem Kopf
Unsichtbar – doch es hört niemals auf
Ihr seht nur Worte, ihr hört nur Verstand
Doch das Chaos rennt gegen jede WandUnsichtbar – wir schreien es raus
Schutz bevor alles auseinanderkracht
Wir sind laut, freundlich, unbequem
Bis endlich jemand hinsieht und verstehtWir dachten alle mal
Wir hätten es längst kapiert
Bis jemand kam
Der uns Geduld gelehrtAhnung ist nur der Anfang
Verstehen ist der Weg
Und wir gehen weiter
Auch wenn der Wind uns schlägtNicht aufhören zu reden
Nicht aufhören zu steh’n
Nicht aufhören zu kämpfen
Bis sie wirklich versteh’nUnsichtbar – doch wir werden nicht leise
Unsichtbar – doch wir geben nicht auf
Wir stehen auf morgen
Und morgen wieder auchFür Schutz statt Absturz
Für Würde statt Kampf
Für jedes Leben
Das sonst keiner verstand
