Mein Glas ist FASD voll

„Mein Glas ist FASD voll“ ist ein Lied über Überforderung, innere Spannungen und das Ringen mit Erwartungen, die von außen oft selbstverständlich wirken.

Der Song beschreibt Zustände, Momente und Gefühle. Er lässt Raum für das, was sich schwer erklären lässt und oft zwischen Reizen, Anforderungen und Emotionen entsteht. Das Bild des vollen Glases steht für das Zuviel, das sich im Alltag ansammeln kann.

Dieses Lied ist inspiriert durch die Texte, die Nevim Krüger auf ihren Social-Media-Accounts teilt. Danke, Nevim!


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Der Text zum Song:

Mein Tag fängt an, bevor ich wach bin
mein Kopf ist laut, ich kann nichts packen
Die Hose zwickt, das Licht ist grell
alles geht mir viel zu schnell

Mama sagt: „Komm, wir müssen los“
mein Bauch sagt Nein, mein Kopf auch bloß
Ich will ja, echt, so gern es schaffen
doch mein Körper bleibt einfach stehen

Glas: halb voll – noch vor dem Aufstehen

Ich seh aus wie jedes andere Kind
doch innen drin tobt Sturm und Wind
Bitte glaub mir, wenn ich sag
ich streng mich an – jeden Tag

Mein Glas ist fast voll
und der Tag hat kaum begonnen
Ein Tropfen zu viel
und alles läuft über, verschwommen

Ich bin nicht faul, ich bin nicht böse
mein Kopf tickt nur auf andre Weise

Mein Glas wird voller, Stunde für Stunde
nicht, weil ich will – sondern weil ich muss

In der Klasse ist es laut
die Tafel wird zu Nebelgrau
Gestern konnt ich das noch gut
heute fehlt mir jeder Mut

„Konzentration“, sagt man zu mir
doch die Worte stechen tief in mir
Ich sitz da still, mein Kopf ist leer
und ich schäm mich dafür so sehr

Glas: fast voll – halb zehn

Mein Glas ist fast voll
und keiner sieht es laufen
Ich halt es fest
doch meine Hände können’s kaum noch

Ich bin nicht dumm, ich bin nicht schlecht
ich bin nur schon zu lange am Limit, echt

Pause ist viel zu laut für mich
alles kommt mir viel zu nah
Ein Stoß, ein Schreck, mein Körper schreit
Gefahr! Jetzt! Bleib nicht da!

Ich wollt nicht schlagen, nur weg hier
doch mein Glas zerbricht genau jetzt hier
Was ihr seht, ist Wut und Streit
was ich fühl, ist Angst und Einsamkeit

Glas: übergelaufen

Mama kommt und sagt kein Wort
nimmt mich leise mit nach dort
Decke, Sofa, leiser Raum
endlich darf ich wieder atmen

Sie sagt ganz still:
„Das ist nicht deine Schuld.
Du bist sicher.“

Glas wird langsam leer

Mein Glas darf leerer sein
wenn jemand bei mir bleibt
Wenn Druck weniger wird
und mich keiner mehr antreibt

Ich bin ein Knaller, auch mit Riss
auch wenn mein Glas viel kleiner ist

Ich wünsch mir, ihr versteht mich mehr
dann wär die Welt nicht ganz so schwer
Seid mein Leuchtturm, wenn ich mich verlier
Ich geb mein Bestes –
bitte glaubt mir das hier

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